Im April 1997 erfolgt der Entscheid, die Schulkooperative zu gründen. Mit dem Schulmodell werden neue Wege beschritten. Die Schulkooperative lehnt sich sowohl an die klassische Privatschule mit angestellten Lehrern als auch an den im englischen Sprachraum verbreiteten Privatunterricht („Homeschooling“) an.  Im August ist Schulstart: elf Familien mit fünfzehn Schülern betreiben in Biel-Mett am Calvinweg 15 eine Gesamtschulklasse (1.-4. Klasse). Bereits im August 1998 sind die Räumlichkeiten im kleinen Gemeindesaal zu eng. Die Schulkooperative findet in einer ehemaligen Fabrik an der Jakobstrasse 56, ebenfalls in Biel-Mett, ihr neues Zuhause.

Im März 2000 wird der Entscheid gefällt, die Schulkooperative um eine Oberstufe (Sekundarstufe I) zu erweitern. Die neue 7. Klasse besteht aus fünf Schülern und wird als Gesamtklasse, als Real- und Sekundarstufe gemischt, geführt. Erstmals werden im August Familien aus anderen Bieler Gemeinden aufgenommen. Das Wachstum macht den Aufbau einer Spielgruppe notwendig.

Das Schuljahr 2001-2002 ist wegweisend:  vier Schüler der 8. Klasse bestehen die Prüfungen ans Deutsche Gymnasium. Die Freude ist gross. Damit ist der Beweis erbracht, dass die Schulkooperative mit weiterführenden Schule kompatibel ist.

Im August 2002 startet das Schuljahr erstmals mit der 9. Klasse. Die Schulkooperative deckt nun die ganze obligatorische Schulzeit ab.

Luc Bussière hält am Transforum 2004 ein Referat zur Vision und zur Notwendigkeit von christlicher Bildung und Schulen, was viele inspiriert, christliche Schulen zu gründen. Die Schulkooperative, die Schulalternative Zürich (SalZH) und die Visionja starten im November 2005 in Biel und Winterthur jährlich stattfindende Symposien, die zur Gründung neuer Schulen beitragen sollen. Der christliche Schulgedanke hat sich etabliert.

Im September 2007 feiert die Schulkooperative ihr 10jähriges Bestehen. Knapp hundert Kinder besuchen die Schule: vom Kinderhort über die Spielgruppe und Kindergarten bis hin zur 9. Klasse. Diese zehn Jahre und die Entwicklung der Schule zeigen, dass die Schulkooperative kein vorübergehendes Phänomen mehr ist, sondern auch in Zukunft ihren Beitrag zum Bildungssystem des Kantons Bern leisten wird und eine wichtige Alternative darstellt.

Im Rahmen der Revision des bernischen Volksschulgesetzes werden wir im Mai 2007 mit anderen Privatschulen von Erziehungsdirektor Bernhard Pulver zu einem Gespräch eingeladen. Mit der Revision des Gesetzes überdenkt der Kanton auch seine Haltung den Privatschulen gegenüber. Im November 2007/Februar 2008 wird der Status der Privatschulen im Grossrat diskutiert und die Schulkooperative von einigen Votanten und vom Regierungsrat als positives Beispiel einer Privatschule erwähnt. Die Revision führt dann tatsächlich zu einer Liberalisierung zugunsten der Privatschulen, wonach auch Unterrichtende ohne staatliches Lehrerpatent unterrichten dürfen, sofern ausgebildete Lehrer sie unterstützend begleiten. Nicht zuletzt auch aufgrund unseres Modells wird dieser Passus ins Gesetz aufgenommen.

Anfangs 2008 starten wir mit dem Junglehrer-Projekt. Studenten der Pädagogischen Hochschule können während ihres Studiums an der Schulkooperative unterrichten. Eine nächste Generation von zukünftigen Lehrern wächst in die Vision hinein.

Die Einweihung des neuen Zentrums der Landeskirchlichen Gemeinschaft - und damit auch der Schulräumlichkeiten - an der Portstrasse 24/28, führt im August 2008 viele Freunde und Gäste aus der Region, der Schweiz und dem Ausland nach Biel. Die Schule wird aufgrund des Anlasses durch die lokalen Medien, die Kirchen und die Behörden vermehrt wahrgenommen. Der Stadtpräsident lernt die Schulkooperative Biel durch einen Rundgang durch die Ausstellung der Schule zur Stadt Biel kennen.

Die Schulkooperative Biel und das Institut für biblische Reformen sind im November 2008 Gastgeber des ersten nationalen Symposiums, das rund zwanzig christliche Privatschulen und rund 170 Teilnehmer aus der französischen und der deutschen Schweiz versammelt. Darunter befinden sich auch Lehrer aus Staatsschulen sowie rund 25 Junglehrer.

Die gemeinsamen Anstrengungen der drei Privatschulen SalZH in Winterthur, Visionja in Herisau und der Schulkooperative führen im
November 2010
zur Gründung der Initiative für christliche Bildung, ICB, der knapp zehn Schulen aus der Deutschschweiz angehören-

Ab August 2011 hat die Schulkooperative neu zwei Standorte. Neben dem Standort Biel hat ein Gründungsteam in den letzten Jahren eine neue Schule vorbereitet. Die Schulkooperative Steffisburg startet mit acht Kindern. Aus diesem Anlass mussten im Mai 2011 die Statuten abgeändert werden. Die organisatorische und pädagogische Zusammenarbeit der beiden Standorte Biel und Steffisburg ist Voraussetzung für die Führung der beiden Schulen unter einem Dach.

Im März 2012 erhalten wir nach jahrelangem Bemühen von den kantonalen Behörden die Steuerbefreiung – rückwirkend auf Januar 2011. Die Schulkooperative wird aufgrund des grossen Anteils an freiwilliger Arbeit als gemeinnützige Institution eingestuft. Spender und Gönner der Schulkooperative können ihre Beiträge von den Steuern abziehen. Die Schulleitung wird auf
Oktober auf drei Personen reduziert. Intern gibt es eine Rochade der Verantwortlichkeiten.

Im November 2012 ist die Schulkooperative Biel Gastgeberin des zweiten nationalen Bildungssymposiums, an dem rund 200 Unterrichtende teilnehmen.

Im August 2013 wird die Oberstufe aufgrund der hohen Schülerzahlen dreistufig geführt.

Im August 2014 startet ein Pilotprojekt zum stufenübergreifenden Unterricht von 4-8 Jährigen. Der Kindergarten zieht ins Hauptgebäude der Schule (Portstrasse 28) um.

Die Schulkooperative Biel startet im August 2016 auf der Oberstufe ein Lernatelier mit Lerncoaching. Ziel des Pilotprojektes auf der Oberstufe ist es, in den Schülerinnen und Schülern eine neue Freude am eigenen Lernen und am Lernen in Gruppen zu wecken, in einem Alter, wo die Motivation verloren gehen kann, weil alle im gleichen Lerntempo vorwärts gehen müssen.

Ein Meilenstein des zweiten Standorts ist der Umzug vom Burgfeldweg in Steffisburg in die so genannte Schlossbergschule in der Thuner Altstadt gleich neben der Stadtkirche im Juli 2016. Über die Jahre hinweg hatte die Steffisburger Filiale laufend neue Räume am alten Standort hinzugemietet, jetzt erfolgt der langersehnte Wechsel in ein geräumiges Schulhaus, wo die Schule bis auf rund 80 Schülerinnen und Schülern wachsen kann.

Bereits zum dritten Mal führt die Schulkooperative Biel im November 2016 das nationale Bildungssymposium mit rund 180 Unterrichtenden durch. Die Deutsch- sowie die Westschweiz sind gleichermassen vertreten.

Die Schulkooperative feiert am Sonntag, 21. Mai 2017, ihr 20-Jahr-Jubiläum. Der Festgottesdienst ist eine Tour d’horizon durch die Geschichte und Gegenwart der Schule. Die ehemaligen Schülerinnen und Schülern wirkten in allen Programmteilen mit: in der Moderation, im Lobpreis, in den Tanzvorführungen. Der elfminütige Film zu Geschichte und Gegenwart, Wesen und Wirkung der Schule war ebenfalls durch den unermüdlichen Einsatz zweier ehemaligen Schüler zustande gekommen. Die gemeinsame Predigt eines ehemaligen Schüler und Vaters, beides Theologen, gilt der „Erneuerung von Kirche und Gesellschaft durch christliche Schulen“. Den würdigen Abschluss des Anlasses war die gemeinsame Theater- und Tanzeinlage der knapp hundert Schülerinnen und Schülern aus beiden Standorten. Die ermutigenden und wohlwollenden Grussworte zwischendurch steuerten Ilona Tuoy-Lehmann, Bezirksrätin des EGW Biel, Mutter und Lehrerin, Manfred Locher, EDU-Stadtrat Thun und Sekundarlehrer,  sowie David Schneider, Präsident des Dachverbandes Initiative für christliche Bildung ICB und Geschäftsführer der Privatschule SalZH, bei. Der Gottesdienst war bis auf den letzten Platz belegt, viele Gäste mussten sich mit Stehplätzen begnügen. Über 500 Menschen nahmen am Jubiläumsanlass teil.

Mit insgesamt über hundert Schülerinnen und Schülern und 20 Jahren Existenz kommen die beiden Standorte ab Schuljahr 2017-2018 in den Genuss von kantonalen Beiträgen, nachdem der Regierungsrat im Oktober 2016 den Grundsatzentscheid dazu gefällt hatte.

Anfang November 2017 wird das Jubiläumsjahr mit einer offiziellen Veranstaltung abgeschlossen, an denen der Amtsvorsteher für Volksschule, Erwin Sommer, die für uns zuständige Schulinspektorin, Marianne Fankhauser, und der emeritierte Professor für Erziehungswissenschaft Fritz Oser Grussworte und Vorträge beitragen.

Der Wohnblock am Erlacherweg 35/37, worin sich die Spielgruppe/der Kinderhort befinden, wird im Februar 2018 umgebaut. Die Spielgruppe zieht an die Portstrasse 28 um. Die ganze Schule mit Spielgruppe, Kindergarten/Basisstufe sowie der Primar- und Oberstufe sind nun in einem Gebäude zusammengefasst.