Wir sind 1997 nicht die ersten, die in der Region die Gründung einer christlichen Schule anstreben. Bereits 1986 gründet eine Gruppe von Studenten der Schule für biblisch-christliche Weltanschauung von Jugend mit einer Mission in Wiler einen Verein für christliche Bildung. In der Absicht, eine christliche Schule aufzubauen, eröffnen sie in Biel den übergemeindlichen Kindergarten Sunnehüsli, der sich während zehn Jahren erfreulich entwickelt. Allerdings kommt es in diesen Jahren nicht zu einem Aufbau einer Privatschule.

Eine gesunde Schule kann nur starten, wenn sich die beteiligten Eltern darauf einigen, auf welchen Erziehungsgrundsätzen sie den Unterricht und die Schule aufbauen. Mit dieser Überzeugung nehmen die Mitglieder der Landeskirchlichen Gemeinschaft Jahu zwischen September 1996 und Juni 1997 an einem Erziehungskurs teil, um sich die nötigen Grundlagen zu verschaffen.

Im April 1997 erfolgt der Entscheid, die Schulkooperative zu gründen. Mit dem Schulmodell werden neue Wege beschritten. Die Schulkooperative lehnt sich sowohl an die klassische Privatschule mit angestellten Lehrern als auch an den im englischen Sprachraum verbreiteten Privatunterricht („Homeschooling“) an.  Im August ist Schulstart: elf Familien mit fünfzehn Schülern betreiben in Biel-Mett am Calvinweg 15 eine Gesamtschulklasse (1.-4. Klasse). Bereits im August 1998 sind die Räumlichkeiten im kleinen Gemeindesaal zu eng. Die Schulkooperative findet in einer ehemaligen Fabrik an der Jakobstrasse 56, ebenfalls in Biel-Mett, ihr neues Zuhause.

Zusammen mit dem Institut für biblische Reformen führt die Schulkooperative Biel 1999-2000 drei Bildungssymposien in Biel durch. 80 bis 100 Personen, bestehend aus Eltern, Lehrern und Interessierten, nehmen an den Anlässen teil. Das Interesse an christlichen Schulen ist definitiv am Wachsen.

Im März 2000 wird der Entscheid gefällt, die Schulkooperative um eine Oberstufe (Sekundarstufe I) zu erweitern. Die neue 7. Klasse besteht aus fünf Schülern und wird als Gesamtklasse, als Real- und Sekundarstufe gemischt, geführt. Erstmals werden im August Familien aus anderen Bieler Gemeinden aufgenommen. Das Wachstum macht den Aufbau einer Spielgruppe notwendig.

Das Schuljahr 2001-2002 ist wegweisend:  vier Schüler der 8. Klasse bestehen die Prüfungen ans Deutsche Gymnasium. Die Freude ist gross. Damit ist der Beweis erbracht, dass die Schulkooperative mit weiterführenden Schule kompatibel ist.

Im August 2002 startet das Schuljahr erstmals mit der 9. Klasse. Die Schulkooperative deckt nun die ganze obligatorische Schulzeit ab.

Luc Bussière hält am Transforum 2004 ein Referat zur Vision und zur Notwendigkeit von christlicher Bildung und Schulen, was viele inspiriert, christliche Schulen zu gründen. Die Schulkooperative, die Schulalternative Zürich (SalZH) und die Visionja starten im November 2005 in Biel und Winterthur jährlich stattfindende Symposien, die zur Gründung neuer Schulen beitragen sollen. Der christliche Schulgedanke hat sich etabliert.

Im September 2007 feiert die Schulkooperative ihr 10jähriges Bestehen. Knapp hundert Kinder besuchen die Schule: vom Kinderhort über die Spielgruppe und Kindergarten bis hin zur 9. Klasse. Diese zehn Jahre und die Entwicklung der Schule zeigen, dass die Schulkooperative kein vorübergehendes Phänomen mehr ist, sondern auch in Zukunft ihren Beitrag zum Bildungssystem des Kantons Bern leisten wird und eine wichtige Alternative darstellt.

Im Rahmen der Revision des bernischen Volksschulgesetzes werden wir im Mai 2007 mit anderen Privatschulen von Erziehungsdirektor Bernhard Pulver zu einem Gespräch eingeladen. Mit der Revision des Gesetzes überdenkt der Kanton auch seine Haltung den Privatschulen gegenüber. Im November 2007/Februar 2008 wird der Status der Privatschulen im Grossrat diskutiert und die Schulkooperative von einigen Votanten und vom Regierungsrat als positives Beispiel einer Privatschule erwähnt. Die Revision führt dann tatsächlich zu einer Liberalisierung zugunsten der Privatschulen, wonach auch Unterrichtende ohne staatliches Lehrerpatent unterrichten dürfen, sofern ausgebildete Lehrer sie unterstützend begleiten. Nicht zuletzt auch aufgrund unseres Modells wird dieser Passus ins Gesetz aufgenommen.

Anfangs 2008 starten wir mit dem Junglehrer-Projekt. Studenten der Pädagogischen Hochschule können während ihres Studiums an der Schulkooperative unterrichten. Eine nächste Generation von zukünftigen Lehrern wächst in die Vision hinein.

Die Einweihung des neuen Zentrums der Landeskirchlichen Gemeinschaft - und damit auch der Schulräumlichkeiten - an der Portstrasse 24/28, führt im August 2008 viele Freunde und Gäste aus der Region, der Schweiz und dem Ausland nach Biel. Die Schule wird aufgrund des Anlasses durch die lokalen Medien, die Kirchen und die Behörden vermehrt wahrgenommen. Der Stadtpräsident lernt die Schulkooperative Biel durch einen Rundgang durch die Ausstellung der Schule zur Stadt Biel kennen.

Die Schulkooperative Biel und das Institut für biblische Reformen sind im November 2008 Gastgeber des ersten nationalen Symposiums, das rund zwanzig christliche Privatschulen und rund 170 Teilnehmer aus der französischen und der deutschen Schweiz versammelt. Darunter befinden sich auch Lehrer aus Staatsschulen sowie rund 25 Junglehrer.

Das Schujahr 2009-2010 bringt einige Neuerungen. Wir wollen die Oberstufe als Flaggschiff der Schule etablieren. Sie wird zur Qualitätssteigerung in eine 7. und in eine 8./9. Klasse unterteilt. Zudem verstärken wir die weltanschauliche Basis der Oberstufe, indem wir mit zwei neuen Fächern starten.

Wir streben eine Verschlankung und Vereinfachung der Schulkooperative an und starten 2010-2011 mit der neu zusammengelegten 5. und 6. Klasse ein Pilotprojekt, um herauszufinden, ob wir ab dem Schuljahr 2011-2012 mit grösseren, zweistufigen Klassen und Klassentandems einen Systemwechsel vollziehen wollen.

Am 15. August 2011 haben wir einen neuen Standort der Schulkooperative in Steffisburg eröffnet. Die Vision zur Gründung einer Schule bestand schon seit 2005, im letzten Jahr haben drei Ehepaare aus Steffisburg die Vorbereitungen zur Einrichtung einer Schule begonnen. Die beiden Schulen in Biel und Steffisburg sind organisatorisch und pädagogisch eng miteinander verbunden und verfügen über das gleiche Leitbild.